Rechenschwäche - Dyskalkulie

Obwohl zehn Prozent aller Kinder unter Rechenschwäche leiden, wird sie weniger beachtet als die Leserechtschreibschwäche (LRS). Unter Rechenschwäche oder Dyskalkulie versteht die Wissenschaft eine Teilleistungsschwäche im mathematischen Bereich. Die Ursachen sind vielfältig. Neben organischen Störungen werden auch Lernblockaden auf Grund familiärer Spannungen oder Lehrerwechsel genannt. Rechenschwache Kinder können intelligent, konzentriert und motiviert sein wie andere auch und insgesamt gute Noten haben; und sie wissen ganz genau, dass die Mathematik aus Regeln besteht. Nur anwenden können sie diese nicht.

Stattdessen haben sie eigene Strategien entwickelt. Da diese Strategien im Zahlenraum bis 100 durchaus zum richtigen Ergebnis führen, ist es für Lehrer der ersten und zweiten Klasse nicht leicht, ein Defizit zu erkennen. Zumal solche Schüler sich besonders anstrengen, um Eltern und Lehrer nicht zu enttäuschen. Beispielsweise werden die Finger einer Hand zu Hilfe genommen und diese unter dem Tisch versteckt. Oder Lösungen werden auswendig gelernt, vor allem beim Einmaleins. Doch diese Strategien versagen ab der 3. Klasse, wenn im Zahlenraum bis 1000 gerechnet wird.
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Erkennen von Rechenschwäche

Hinweise auf eine mögliche Dyskalkulie gibt es schon im Vorschulalter. Betroffene Kinder können ihre eigenen Körpergrenzen nicht bewusst erkennen, was dazu führt, dass sie oben/unten und links/rechts verwechseln. Ohne diese Orientierung ameigenen Körper ist es jedoch schwer, Reihenfolgen zu erfassen oder räumliche Beziehungen herzustellen wie nah/fern, lang/kurz oder gleich/ungleich. Bei anderen Kindern ist die Koordination zwischen Augen und Händen gestört, was das manuelle Begreifen von Zusammenhängen unmöglich macht. Gibt man ihnen etwa zehn Bonbons in die Hände und bittet sie, die Anzahl zu schätzen, werden schon mal fünfzig genannt. Andere wiederum erkennen Gegenstände nur bei gleicher Form wieder. Ein viertel Liter Wasser im Waschbecken kann dann nicht ein viertel Liter Wasser in einem Glas sein.

Unsere Empfehlung: Schon Vorschulkinder testen, da der therapeutische Aufwand bei einem Dritt- oder Viertklässler ist um ein Vielfaches höher und damit kostenintensiver ist. Es genügt nämlich nicht, die Defizite im Stoff der 3. oder 4. Klasse, also die Zahlenräume bis 1.000 bzw. 1.000.000, zu bearbeiten, vielmehr muss die Rechenschwäche von der Wurzel her therapiert werden - von den Zahlräumen bis 10 und 100.
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